Exhibition
in Schaffhausen / Switzerland
- Asi Föcker: In Effigy Chrom 9, 2021, Reflektogramm, 70 x 100 cm, Bild zVg
- Cristina Witzig: Das blaue Atelier, 2023, Fine Art Print auf Hahnemühlepapier, gebunden, 57 Seiten, 32 × 33 cm, Bild Janik Witzig
- Frank Lüling: Waterlily, 2024, 16 x 56cm, Polyurethan und Hartschaum, gedrechselt, Bild zVg
Asi Föcker – Reflektograph
Asi Föcker interessiert der immaterielle Charakter von Licht, das nicht Greifbare und das radikal Momenthafte. In ihren installativen und fotografischen Arbeiten untersucht sie, wie Licht sich vor und in unseren Augen abzeichnet und welche Spuren, Formationen und Abdrücke es hinterlässt. Asi Föcker zeigt in der Vebikus Kunsthalle eine kinetische Installation mit Glühlampen, Hohlspiegeln und beweglichen Objekten: “Reflektograph” ist ein experimenteller Aufbau, welcher der Idee des Projektors nachspürt und in seiner materiellen Reduktion dem von ihm aus reflektierten Bild dialogisch gegenübersteht. In ihren fotografischen Arbeiten richtet Asi Föcker ihre Aufmerksamkeit nicht nur auf das Licht im Raum, das sie mit geöffneten Augen sieht, sondern auch auf die Bilder, die mit geschlossenen Augen wahrgenommen werden können – auf die optischen Phänomene, die als Phosphene und Nachbilder bezeichnet werden. Wie bei den Nachbildern im Auge sind auch die Reflektogramme Bilder, die das Negativ des Gesehenen zeigen, sowohl in der Farb- Umkehrung, als auch in der Hell-Dunkel-Umkehrung.
Asi Föcker (*1974 Luzern, lebt in St. Gallen) interessiert der immaterielle Charakter von Licht, das nicht Greifbare und das radikal Momenthafte. In ihren installativen und fotografischen Arbeiten untersucht sie, wie Licht sich vor und in unseren Augen abzeichnet und welche Spuren, Formationen und Abdrücke es hinterlässt.
Cristina Witzig – Streifzüge
Seit einigen Jahren befasse ich mich künstlerisch mit der Erinnerung: wie wir mit ihr umgehen, wie unser Gedächtnis Ereignisse lebendig hält und Geschichten erzählt. In diesem Zusammenhang interessieren mich Gegenstände, welche uns umgeben, welche wir sammeln und ordnen. Dazu gehört das Buch als Träger von Wissen und Gedankenräumen sowie als Objekt der Erinnerung. Eine Bibliothek, wie auch ein Archiv, sind Zeugnisse davon, was in einem Leben gedacht und erlebt wird. Ordnung, Auswahl und Sortierung lassen Rückschlüsse von Aussentehenden zu; ein Versuch zu erkennen, was im Grunde nicht fassbar ist.
In meiner Arbeit sammle ich Bilder und Gegenstände und stelle Ordnungen her. Im künstlerischen Prozess überführe ich diese in einen neuen Bedeutungszusammenhang. Das Album “Das blaue Atelier” beinhaltet Fotografien von Bildern und Gegenständen, die ich mag und die mich über einen längeren Zeitraum im Atelier umgeben haben. Dieses Inspirationsmaterial bringe ich in einen Zusammenhang, bette es in eine Reihenfolge ein und erzähle eine Geschichte.
In derselben Zeitspanne, in welcher das Album “Das blaue Atelier” entstanden ist, habe ich mit einer blauen Bilderserie aus dem Museum Calouste Gulbenkian in Lissabon begonnen. Die dunklen, stillen Räumen mit den erleuchteten Vitrinen schaffen eine andächtige Atmosphäre. Ein Stillleben, das ganz im Gegensatz zu den wuchernden Pflanzen im Park steht, welche das Museum umgeben und durch die Fenster ein grünliches Licht erzeugen. Die einzelnen ausgestellten Gegenstände, das Porzellan, die Meeresschnecke und die lesenden Figuren sind tatsächlich fassbar. Sie stehen bei mir im Bücherregal, im Atelier oder in der Küche.
“Der Spaziergang”, eine mehrteilige Serie aus kreisförmigen Tuschemalereien, zeigt eine kleine Erkundungsreise. Während auf der einen Seite der Erdkugel Schiffe auf dem See zu sehen sind, liegt unten eine Landschaft, in der Kühe weiden. Die Erde dreht sich, die Szenerie ändert. Draussen vor dem Fenster liegt eine unbekannte Landschaft, welche erforscht werden will. Ich gehe spazieren und durchstreife sie.
Cristina Witzig (*1971 in Santarém/Portugal) befasst sich künstlerisch mit der Erinnerung: wie wir mit ihr umgehen und wie unser Gedächtnis Ereignisse lebendig hält. Ihr Inspirationsmaterial sind Bücher und Gegenstände aller Art, die sie umgeben, bzw. Fotografien von ihnen. Sie ordnet sie, stellt Zusammenhänge her und “erzählt” damit Geschichten in faszinierenden, subtilen Aquarell- und Tuschemalereien.
Frank Lüling – The Sound of Bauschaum
Retrospektive oder Neuland? Die Ausstellung “The Sound of Bauschaum” von Frank Lüling ist beides – einerseits bedient er sich bei seinen alten Formen und Techniken, die er bereits entwickelt und angewendet hat. Andererseits hat er sich durch die klar definierte Funktion einen ganz neuen Fokus gesetzt: die Objekte müssen klingen. Das bedeutet sie sollten brauchbare Resonanzkörper sein und sich irgendwie bewegen – Klang entsteht nur durch Mechanik.
Wie ist die Idee zu dieser Ausstellung entstanden?
Lüling ist beim Bauen seiner Polyurethan- und Hartschaumobjekten immer wieder auf interessante Klänge und Geräusche gestossen. So haben sich über die letzten Jahre viele Ideen für Klangobjekte angesammelt. Zusätzlich hat er experimentiert und bewusst nach Möglichkeiten gesucht, wie man den Bauschaum in Resonanz versetzen kann. Die Ausstellung in der Vebikus Kunsthalle ist ein Versuch, diese Klang-Momente in einer Installation zu vereinen und dem Publikum zu präsentieren.
In der Ausstellung “The Sound of Bauschaum” begibt sich Frank Lüling (*1973 in Schaffhausen) auf bisher unerforschtes Territorium, indem er seine Objekte in Bewegung versetzt und ihnen so eigenwillige Klänge entlockt. Viele der verwendeten Elemente erinnern an bereits gebaute Objekte – wurden aber so modifiziert, dass sie jetzt Resonanzkörper und nicht mehr Lichtkörper sind.
Öffnungszeiten Do 18 – 20 Uhr, Fr 16 – 18 Uhr, Sa/So 12 – 16 Uhr
Ausstellungsdauer 16.03. – 05.05.2024
www.vebikus-kunsthalle-schaffhausen.ch
www.asifoecker.net
www.cristina-witzig.ch
www.bauschaum.ch
Location:
Vebikus Kunsthalle Schaffhausen
Baumgartenstrasse 19
8200 Schaffhausen
Switzerland



