Exhibition

in Aarau / Switzerland
22.01.2017 - 30.04.2017 10:00 - 17:00
CARAVAN 1/2017 - Selina Baumann

Selina Baumann (*1988) eröffnet die CARAVAN-Reihe für junge Kunst 2017 und überrascht mit eigens für das Aargauer Kunsthaus konzipierten neuen Keramikarbeiten.

Selina Baumanns bevorzugtes Thema ist die klassische Skulptur mit Sockel. Ihre aus gebranntem Ton gefertigten Objekte siedeln sich an der Schnittstelle zwischen Abstraktion und Figuration an. Dieser Ausgangslage und der Auseinandersetzung mit der Körperlichkeit bleibt die Künstlerin treu und sucht in den eigens für das Aargauer Kunsthaus geschaffenen Arbeiten nach neuen Ausdrucksformen.

Spätestens seit ihrem Studienabschluss in Bildhauerei 2014 fällt Selina Baumann mit ihren biomorphen Keramikskulpturen auf. Mit grosser Präzision und in mehreren Arbeitsschritten schafft sie aufwändige Objekte aus verschiedenfarbigem, gebranntem Ton, wie beispielsweise die mehrteilige Arbeit “Nora, Pirmin, Cyrill, Agens & Salome, Valentina, Andrea und Marianne” (2014). Die filigranen, wesenhaften Figuren sind weder Mensch, Tier noch Pflanze und doch vereinen sie Ansätze von allem in sich.

In der neuen Keramikarbeit “Skulptur 1-20” (2015-2016) für die CARAVAN-Ausstellung verfolgt Selina Baumann einen neuen konzeptuellen Ansatz: Ihr Interesse gilt nicht mehr primär der präzise ausgearbeiteten Figur, vielmehr sucht sie nach einer in kurzer Zeit geschaffenen, spontanen Form. Sie bedient sich in lockerer Anlehnung eines Formenvokabulars, welches in unserem kollektiven Gedächtnis verankert ist. Die Spiralen, pflanzenähnlichen Gebilde, Molekülstrukturen oder Schlangenformen haben Modellcharakter. Als Ausgangsmaterial dient ihr der vielseitig verwendete, ziegelrote rohe Ton, den sie zu Würsten rollt. Aus diesen formt sie in zügiger Arbeitsweise Objekte, die, transformiert durch den Brennprozess, fest und zerbrechlich werden. In der rauen, unglasierten Oberfläche der Keramiken bleibt so die formende Hand der Künstlerin als Arbeitsspur sichtbar.

In Selina Baumanns aktueller Arbeit steht nicht die Einzigartigkeit des einzelnen Werkes im Zentrum, sondern durch die serielle Reihung und die auffallend dichte Setzung im Ausstellungsraum verbinden sich die rund 20 Skulpturen zur Installation. In dem die Künstlerin diese auf identischen Sockeln in der Sammlungspräsentation des Aargauer Kunsthauses zeigt, sucht sie – nicht nur örtlich -, sondern auch thematisch die Auseinandersetzung mit der klassischen Bildhauerei. Die simplen Formenspielereien und das geradezu unbedarft Anmutende der Skulpturen Selina Baumanns erfahren im Oberlichtsaal, umgeben von Schlüsselwerken der Schweizer Kunst aus mehreren Jahrhunderten, einen gewollten und von feinem Humor durchdrungenen Bruch.

Selina Baumann, geboren 1988 in Wattwil, lebt und arbeitet in Basel. 2007-2008 Gestalterischer Vorkurs, Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK), 2008-2011 Bachelorstudium Bildende Kunst, ZHdK, und 2011-2014 Masterstudium Bildhauerei, Hochschule für bildende Künste Hamburg.

Bisherige Gruppenausstellungen (Auswahl)
“Places that Appear”, knoerle & baettig, Winterthur (2016); “MORE THAN HALF”, la Rada, Locarno (2016); Liste Total, Kasko, Basel (2016); “Unter 30 XI. Junge Schweizer Kunst”, Kunsthaus Glarus (2015); “Catch of the Year”, Dienstgebäude, Zürich (2015); “Regionale 16”, Kunsthalle Palazzo, Liestal (2015), “bien cuit”, Rehmann Museum, Laufenburg (2015); “Sinnliche Ungewissheit, Eine private Sammlung”, Kunsthaus Zürich (2015); Swiss Art Awards, Kiefer Hablitzel Preis, Messe, Basel (2015); “<30 Giovane arte svizzera”, Museo d’Arte Lugano (2014); “Be water. my friend”, Westwerk, Hamburg (2014); Swiss Art Awards, Kiefer Hablitzel Preis, Messe, Basel (2014); “KÖPFE UND: ANOTHER WAY OF PORTRAYING”, MACT/CACT Arte Contemporanea, Bellinzona (2013); “LILITH”, KATZ CONTEMPORARY, Zürich (2013); Urner Jahresausstellung 2013, Haus für Kunst, Uri (2013); “BRUT: BEYOND THE OUTLINE”, MACT/CACT Arte Contemporanea, Bellinzona (2012); “Selina Baumann, Frédérique Loutz, Sandra Vásquez de la Horra”, KATZ CONTEMPORARY, Zürich (2011), “PETERSBURGER SALON”, zu Gast in den Räumen von BLAU – Zimmer für Kunst und andere, Hamburg (2011)

Preise und Stipendien (Auswahl)
Kiefer Hablitzel Preis (2015 & 2014); Hauptförderpreis der Kunst- und Kulturstiftung, Heinrich Danioth (2013)

Kuratorin Katrin Weilenmann, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Aargauer Kunsthaus

Öffnungszeiten Di-So 10 – 17 Uhr, Do 10 – 20 Uhr

www.aargauerkunsthaus.ch

Location:
Aargauer Kunsthaus
Aargauerplatz
5001 Aarau
Switzerland

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