Exhibition

in Meggen / Switzerland
22.08.2020 - 20.09.2020 00:00
DUELL - Riddley: How does one make fire again?

DUELL nennt sich das Kollektiv von Amélie Bodenmann (*1991, Basel) und Olivia Abächerli (*1992, Obwalden). Während Amélie Bodenmann vom Material ausgeht, denkt Olivia Abächerli vom Konzept aus. In diesem Balanceakt zwischen Idee und Material duellieren sich die beiden Künstlerinnen, stellen sich in Frage und überschreiten dadurch ihre künstlerischen Grenzen. Landschaft in ihrer gesellschaftlichen Bedingtheit ist Ausgangspunkt, um ihrem Interesse für Orte und Geschichten nachzugehen.

Im Benzeholz installieren die Künstlerinnen über drei Stockwerke ein Setting zwischen wissenschaftlicher Versuchsanordnung und fiktiver Landschaft. In Vitrinen und Aquarien sind elektronische Bauteile in sandigen oder aus Plastilin geformten Böden drapiert. Die Anlagen zeigen rätselhaft, bevölkerte Ödnis oder noch nicht bewachsene Kulturen. Organische Materialien treffen auf technische. Die hier gezeigte Miniaturwelt wird im Dachstock von einer begehbaren Landschaft abgelöst. Unter den Füssen der Besuchenden breitet sich Sand aus, dazwischen flottieren Eis- oder Erdschollen aus Gips. Diese bieten den aus Blei gegossenen Objekten einen Ort. Was ist das für eine Welt? Welcher Zeit sind die Objekte zuzuordnen? Die raum-zeitlichen Bezüge werden aufgehoben oder gar durchmischt. Gestern wird Morgen und Mikro wird Makro.

Die Romanfigur Riddley, die sich 2000 Jahre nach einem Atomkrieg auf die Suche nach Werkzeugen macht, dafür teilweise archäologische Fundstücke einschmelzt und neu in Form bringt, taucht ziemlich frei interpretiert als Soundteppich in Mundart oder als englischer Text im Video auf. Auf dem Bildschirm ist eine menschliche Figur zu sehen, die seltsam geformte Objekte gleich Wort- oder Erinnerungsfetzen ausspuckt. Mittelalterliche Abbildungen von Hexenaustreibungen kommen in den Sinn, aber auch Fragen nach dem Verständnis von Lauten und Formen. Sowohl hier als auch im zweiten Video verschwinden die menschlichen Gesichtszüge hinter masken- oder schildartigen Objekten. Amorphe, von Drähten durchbohrte Objekte mischen sich mit menschlichen Körperformen, organische Motive mischen sich mit technischen, fiktive mit haptisch greifbaren Momenten.

In Kombination von Wort und Bild bzw. Objekt entsteht eine Ambivalenz. Wie kann es sein, dass in einer hochtechnisierten Welt, Menschen sich nicht mehr daran erinnern, wie Feuer gemacht wird? Was wäre, wenn die Erde in der Zukunft wieder archaisch wird, eine einzige Wüste, aller Ressourcen entleert? Die Künstlerinnen stellen die linearen zeitlichen und räumlichen Verhältnisse in Frage. Dabei vermengt sich ethnologische und archäologische Ästhetik mit Science-Fiction-Bildsprachen. Der traditionellen Geschichtsschreibung werden diverse Mythologien und kritische Vorstellungen entgegengesetzt.

Öffnungszeiten Do/Sa/So 14 – 18 Uhr

www.meggen.ch/benzeholz

Location:
Benzeholz - Raum für zeitgenössische Kunst
Benzeholzstrasse / Seestrasse
6045 Meggen
Switzerland

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