Exhibition

in Zürich / Switzerland
16.04.2016 - 21.05.2016 12:00 - 18:00
Frank Badur - 97 /16 - zwischen weiss und schwarz / François Morellet / Aurélie Nemours

In “komplexer Einfachheit” beschäftigt sich Frank Badur mit Farbe, Linie, Rhythmus, Klang und Struktur. Seine Malerei ist frei von figürlichen und gegenständlichen Darstellungen sowie ohne symbolischen Bedeutungsgehalt. Sie ist selbstreferenziell, mit ihr hinterfragt er die Autonomie der Farbe und ihre Wirkungsmöglichkeiten. Auf den ersten Blick wirken seine Bilder harmonisch ausgewogen und von einem Rhythmus aus Linien durchzogen. Gekonnt verbindet Badur kontrollierte mit intuitiven Gesten und bleibt aufgrund seiner puristischen Ausdrucksweise geheimnisvoll.

Die Galerie zeigt Werke Badurs aus der Zeit von 1997 bis einschließlich heute. Auch wenn um 2006 eine Wende im Schaffen des Künstlers erkennbar einsetzt, hin zu einem komplexeren und farbintensiveren Ausdruck, konzentriert sich die Ausstellung vornehmlich auf seine reduzierten in schwarz, weiß und grau Tönen gehaltenen Arbeiten, die trotz ihrer Zurückhaltung im Vergleich mit seinen farbgewaltigen Bildern nicht an Ausstrahlung einbüßen, sondern in denen sich über die Reduktion ihre Kraft gleichsam subtil wie spannungsreich entfaltet.

Frank Badur wird, aufgrund seiner ungegenständlichen und geometrischen Formensprache, oftmals in der Tradition des Konstruktivismus und der konkreten Kunst verortet. Jedoch lassen sich in der Avantgarde kaum Vorbilder für Badurs strengen formalen Reduktionismus finden, so Hubertus Butin (1), der bei ihm zu den genannten Bereichen lediglich eine oberflächliche Verwandtschaft begreift und mehr Gemeinsamkeiten zur analytischen Malerei der 60er und 70er Jahre sowie zur amerikanischen Farbfeldmalerei der 40er bis 70er Jahre erkennt.

Frank Badur, 1944 in Oranienburg bei Berlin geboren, studierte an der Hochschule für bildende Künste in Berlin Malerei. Neben der Malerei zählen Zeichnung und Druckgrafik zu seinen künstlerischen Ausdrucksmitteln. Er lebt in Berlin und Finnland, wo er seit 1973 ein Atelier hat. Mit seiner Berufung als Professor 1985 an die Universität der Künste in Berlin wurde er auch lehrend tätig. 2003 unterrichtete er an der China Academy of Art in Hangzhou. Sein Werk ist in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten und wird regelmäßig an Ausstellungen international gezeigt.

1) Katalog: “Frank Badur”, Hubertus Butin, Christian Rattemeier, Kehrer Verlag 2009.

Im Kabinett: François Morellet / Aurélie Nemours

François Morellet, geb. 1926 lebt und arbeitet in Cholet und Paris. Der Malerei näherte sich der Künstler als Autodidakt, nahm jedoch zeitweise auch Malunterricht. Zu Beginn malte Morellet vor allem Landschaften. Darüber hinaus fertigte er Stillleben und später Gemälde mit stilisierten Bildelementen an. Ab 1950 bezeichnete sich François Morellet als “abstrakter Maler”. Zeitgleich hatte er seine erste Einzelausstellung in Paris. Er begann sich der Gestaltung des Bildfeldes als einer tendenziell unendlichen, über die Begrenzungen des Bildes hinausreichenden Struktur zu widmen. Dabei schloss François Morellet die Technik des ‘all-over’ eines Jackson Pollock für sich aus, da er jedem Werk im Vorfeld feste Prinzipien und Systeme zugrunde legt. Grundsätzlich interessierte ihn die Methode mehr als das bildnerische Endresultat.

François Morellet war Mitglied der “GRAV” (Groupe de Recherche d’Art Visuel), einer Gruppe von kinetisch arbeitenden Künstlern, die die Möglichkeiten der visuellen Kunst wissenschaftlich- experimentell erforschen wollten.

François Morellet ist um die Erneuerung seiner bildnerischen Ausdrucksmittel bemüht; er setzte ab 1963 Neon als Material ein. Dabei interessieren den Künstler die spezifischen Materialeigenschaften der Neonröhren: Leuchtkraft, automatische Schaltung und maschinelle Herstellung. Ab dem Jahr 1968 beginnt François Morellet sich auch für die Architektur und den öffentlichen Raum zu interessieren. Im Jahr 1992 fasste François Morellet in der Arbeit “Relâche n° 1” sein Werk selbst zusammen, indem er alle bisher verwendeten Materialien – von der bemalten Leinwand über Neonröhren bis hin zum Klebe- und Metallband – benutzte und diese nach den Gesetzen des Zufalls in eine kunstvoll gestaltete Unordnung brachte. Durch Morellets provozierende Haltung und seinen Humor sind seine Werke dem Dadaismus näher als denen der geometrischen Abstraktion und der Minimal Art.

Teilnahme an der Dokumenta, sowohl als auch an der Biennale. Er ist in namhaften Museen und Sammlungen vertreten. Er nimmt immer noch als Einzelkünstler an zahlreichen Einzel- wie auch Gruppenausstellungen weltweit teil.

Aurélie Nemours

Die Abstraktion war Aurélie Nemours erster Grundsatz und Verbindung zwischen Philosophie und Spiritualität. Seit Beginn ihrer Karriere hat sich die Künstlerin für die gerade Linie, den rechten Winkel und die Farbdimension entschieden.

Nemours stellt nach einer 20-jährigen Lern- und Ausbildungsphase Anfang 1944 das erste Mal in Paris aus. 1941 führt die Künstlerin ihre Lehre an der Akademie unter der Leitung von Andre Lhote weiter und eignet sich die fundamentalen Kenntnisse der Malerei an. Im Jahr 1948 tritt sie ins Atelier von Fernand Léger ein. Im Gegensatz zu Lhote waren die Unterrichtsmethoden von Léger, gezeichnet von Liberalismus und Sensibilität in der Malerei. Aspekte, die später einen zentralen Punkt in den Werken von Aurélie Nemours einnehmen werden. Durch Léger fand Aurélie Nemours ihren künstlerischen Weg, den Weg zur puren Abstraktion. Zu dieser Zeit entschied sie sich für die konkrete Kunst, die Sprache der abstrakten geometrischen Kunst. Sie entwickelte ihr eigenes Aufbausystem in logischer Weise weiter, jedoch sich nie von ihren Grundprinzipien entfernend.

1953 erfand sie ihr eigenes plastisches Vokabular, das sich durch eine bewusste Reduktion von Pikturalen-Elementen charakterisierte: die Horizontale, die Vertikale, der rechte Winkel, die Linie, auch die einfachen Formen des Vierecks und das Quadrat. Sie widersetzte sich der Diagonalen die bereits von Mondrian kategorisch abgelehnt wurde. Sie verbannte die Diagonale aus ihrem Kunstrepertoir und beschränkte sich exklusiv auf die Horizontale und Vertikale, ihre Kompositionen sind keine statischen Werke. Ab 1965 wurde das Quadrat ihre predominante Form.

Die Werke sind von einer dynamischen Multiplikation und einer seriellen Anordnung bestimmt. Dieses Prinzip findet man speziell in der Serie “Rythme du millimètre” wieder.

Die Künstlerin erhielt Unterstützung durch Künstler wie Herbin – Hans Arp mit dem sie befreundet war – Marcelle Cahn, ihr Vorbild, die sie bewunderte – Jean Gorin, der sie mit seinen Kenntnissen unterstützte – Gottfried Honegger, der nie aufhörte sie bekannt zu machen als eine der grössten Künstlerinnen ihrer Generation.

Ab 1989 fanden ihre Arbeiten Resonanz, zuerst im Ausland und später auch in Frankreich. 2004 wurde ihr Lebenswerk in einer Retrospektive im Centre Pompidou ausgestellt. In vielen anderen Museen hatte sie bereits grosse Retrospektiven.

Aurélie Nemours (*29. Oktober 1910 in Paris; †27. Januar 2005 Ebenda)

Öffnungszeiten Mi-Fr 12 – 18 Uhr / Sa 11 – 16 Uhr oder nach Vereinbarung

www.galeriewenger.com

Location:
Galerie Wenger
Mühlebachstrasse 12
8008 Zürich
Switzerland

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