Exhibition

in Schaffhausen / Switzerland
09.01.2021 - 21.02.2021 00:00
ouvert: mit_Abstand

Beatrice Dörig, Markus Häberli, Andreas Hofer, Bernd Salfner, Fritz Sauter, Reto Schlatter, Ying Xu

Unter dem Titel “ouvert” startet/beendet die Vebikus Kunsthalle Schaffhausen das reguläre Ausstellungsprogramm mit einem speziellen Projekt, für welches wir uns während des Jahres inspirieren lassen von Dingen, die wir sehen, Menschen, die wir treffen und Ideen, die wir finden.

Wir haben eine Ausstellung vorbereitet mit Werken von Künstlerinnen und Künstlern, die im Lockdown im Frühling 2020 produktiv waren oder sich mit dem Thema beschäftigt haben. Aufgrund der aktuellen Massnahmen des Bundesrates zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus müssen Kulturinstitutionen bis zum 22. Januar 2021 wieder schliessen. Wir werden die Ausstellung einrichten, auch, um den Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit zu geben, ihre Werke in einem Ausstellungskontext zu installieren. Und in der Hoffnung, dass wir ab dem 23. Januar 2021 wieder öffnen dürfen.

Covid-19 stellt unser Leben komplett auf den Kopf. Home-Office, Online-Unterricht, Abstandsregeln, Hygiene-Vorschriften – alles Einschränkungen, die dem menschlichen Bedürfnis nach Gemeinschaft zuwiderlaufen. Und das Virus wird uns noch weiter in Atem halten. Diese Pandemie hat nicht nur Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben, sondern auch auf die Kunst. Für viele Künstlerinnen und Künstler – und auch Kulturinstitutionen – war der Lockdown eine Vollbremsung.

Schon sind erste Quarantäne-Gedichte und Corona-Romane erschienen, Filmbeiträge entstanden, neue Formen der Präsentation entwickelt worden. Und die Bildende Kunst? Während viele Künstlerinnen und Künstler dem Thema ausweichen, reagieren andere sehr produktiv auf die vielen Einschränkungen. Erstaunlich ist das allerdings nicht, denn die einen Kunstschaffende arbeiten oft – und gerne – in der Abgeschiedenheit, andere setzen sich eigene Regeln.

Beatrice Dörig: 102 x 8 = ∞
“102 x 8 = ∞” sind hundertzwei Linienzeichnungen, welche in der Zeit zwischen 11. März und 21. Juni 2020 entstanden sind. Sie dokumentieren diese Zeitspanne. Es sind Visualisierungen von Unendlichkeit, und gleichzeitig thematisieren sie die Unmöglichkeit des Erfassens und Darstellens dieses Phänomens. Der Start der Arbeit fiel unvorhergesehen und unwillentlich fast zeitgleich zusammen mit dem Start des Lockdowns. Während dieser hundertzwei Tage zeigen sich deutliche Parallelen zwischen der Arbeit “102 x 8 = ∞” und den Bedingungen und Befindlichkeiten während der Coronakrise. Gemeinsame Inhalte und Themen sind die Konzentration und Reduktion auf Weniges (Wesentliches), die tägliche Wiederholung, der Rückzug, die Ungewissheit, das nicht absehbare Ende, unfassbare und nicht sichtbare Phänomene, sowie Vergänglichkeit und Endlichkeit. Beatrice Dörig lebt und arbeitet in St. Gallen.

“In den Zeichnungen folgt eine Linie stetig der sich wiederholenden Form der Acht. Sichtbar werden kleinste Veränderungen in der feinen Verschiebung, wo sich Linie an Linie reiht. Der Arbeitsprozess ist langwierig, zeitintensiv und nimmt täglich mehrere Stunden ein. Die Form der Acht zwingt in den immer wiederkehrenden gleichen Ablauf, die unendliche Wiederholung ist potenziell möglich. Genauso wie die Form und ihre Wiederholung Aspekte von Zeit wiedergeben, ist es auch die gewählte Dauer der hundertzwei Tage. Dies fühlt sich wie eine freiwillige Quarantäne an. Zu Beginn scheint es eine ewig lange Zeitspanne zu sein, zwischendurch wurde sie bis ins Unerträgliche lang und war beinahe unmöglich durchzuhalten und im Rückblick bleibt sie zurück als unendlich kurz.”

Markus Häberli
“Wir tragen Verantwortung für das Leben: Es ist das kleine Signalfeuer in der beängstigenden Dunkelheit, aus der wir kommen und in die wir zurückkehren werden. Diese Reise müssen wir so würdevoll wie möglich unternehmen, und zwar um derer willen, die nach uns kommen”. (James Baldwin, “Nach der Flut das Feuer” S. 100/101)

“Das Prinzip Rhizom” meiner dreidimensionalen körperhaften Objekte, handelt nach der ursprünglichen Wortbedeutung der Plastik “Antragen” von Material und der Begriff der Skulptur “Abtragen” von Material. Auch der Bau der Tiere ist in all seinen Funktionen rhizomorph, als Wohnung, Vorratslager, Bewegungs- raum, Versteck und Ausgangspunkt.

Andreas Hofer
In den letzten Monaten arbeitete Andreas Hofer an einer Serie von Zeichnungen. Unter dem Titel “Aus aktuellem Anlass” sind diese zwischen Videomeetings und unzähligen Datentransfers entstanden. Sie reflektieren die aussergewöhnliche Situation, mit der wir konfrontiert waren und immer noch sind. Während des ersten Lockdowns hat er jeden Tag eine Zeichnung auf Instagram publiziert. In der Ausstellung ist nun eine Auswahl davon zu sehen.

Andreas Hofer, Geb. 1956 in Trimbach, lebt und arbeitet in Bremgarten AG.

Bernd R. Salfner
“Seit dem 15. März 2020 waren wir alle zurückgeworfen auf unsere vier Wände und sehnten uns danach, den Kontakt zu Familie, Freunden und Bekannten aufrecht zu erhalten. Es lag für mich nahe, meine seit Jahren bestehende Serie “Schweineleben” zu aktivieren, um den täglich über uns hereinbrechenden Horrornachrichten eine positive Sichtweise entgegen zu setzen. Gemalte Bilder von “menschelnden” Schweinen sollten versuchen, die täglichen Ereignisse und Zumutungen zu kommentieren mit der Hoffnung, dadurch ein Lächeln auszulösen. Es wurden 50 Tage mit 50 Ölbildern in unterschiedlichen Formaten, da auch die Materialbeschaffung unterbunden war.”

Bernd Salfner, 1942 geboren in Beyreuth. Lebt und arbeitet in Waldshut-Tiengen.

Fritz Sauter
“Der Frühling war für mich eine gute Zeit. Im Garten gemalt und gezeichnet, kein Flugzeug im schönen Blau. So sind viele Arbeiten entstanden, wie diese. Gemalt mit Kaffee und Tusche, über Nacht zum Trocknen in die Äste des Kirschbaums gehängt.”
Fritz Sauter, Autor und Gestalter. Letzte Ausstellung in der Galerie J.J. Heckenhauer, München.

Reto Schlatter
Der Lockdown im Frühling 2020 hat unseren Alltag radikal verändert. Ich habe die Situation sehr gegensätzlich wahrgenommen. Einerseits bedrückend, die Abstandsregeln, die geschlossene Grenze, das unheimliche Virus, gleichzeitig befreiend, die Loslösung aus dem Alltagstrott, das herrliche Frühlingswetter, die Ruhe und der freie Raum in der Stadt. Diesen zwiespältigen Empfindungen bin ich mit der Kamera nachgegangen.

Reto Schlatter ist 1969 in Schaffhausen geboren, arbeitet seit 1994 als freischaffender Fotograf und lebt seit 2000 in Zürich.

Ying Xu
The current epidemic has greatly affected and changed our way of life, and has subtly affected our psychological characteristics. In this environment where we have to passively learn to maintain social distance, under the state and experience of being isolated I have been constantly thinking about the relationship between people, people to society and to nature. Among many subjects, portraiture has been always my favorite one, except the rich facial expressions, by studying of the body languages, more precisely the hand gestures, I discovered the subconsciousness behind the appearance.

“Hands are social, we are born to speak with our hand”
In this exhibition I try to explore and discuss the juxtaposition of the dependency and the individuality, and the often ambiguous and contradictory nature of human emotions.

1975 geboren in Schanghai, wohnt in Feuerthalen.
Vier Jahre Kunsthochschule und vier Jahre Universität der Kunst, Central Academy of Fine Arts, Abteilung der Malerei in Peking, China. Zwölf Jahre Lehrerin an der Kunsthochschule in Shenzhen, China. Ausstellungen im In- und Ausland (u.a. in der Galerie Mera, im Kunstmuseum Singen, im Museum zu Allerheiligen, in der Haus Appenzell Zürich und Galerie am Platz in Eglisau).

Bis zum 23. Januar 2021 laden wir Sie zu einem virtuellen Rundgang ein. Details sind zu gegebener Zeit auf unserer Website zu finden.

www.vebikus-kunsthalle-schaffhausen.ch
www.beatricedoerig.ch
www.andreashofer.ch
www.bernd-salfner.de
www.fritz-sauter.ch
www.retoschlatter.ch
www.xuying.ch

Location:
Vebikus Kunsthalle Schaffhausen
Baumgartenstrasse 19
8200 Schaffhausen
Switzerland

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