Exhibition
in Brugg / Switzerland
- Pearlie Frisch: Still aus dem Film “With Love Nanay PS” mit Nur Giménez Villarroya (ESP, Verscio) und Elisa Bruder (CH, Zürich), 2026, © Pearlie Frisch
- Steve Fors: Frühlingsbild aus dem Insektenleben (verschiedene Bienenarten mit einem Sprühflugzeug), Installationsansicht, 2026, © Steve Fors
Mit ihrer Arbeit “Lacuna” untersucht Pearlie Frisch (*1986, Lachen) aus der Perspektive einer philippinischen Diaspora Leerstellen, die durch globale Bewegungen von Menschen, Waren und Bedeutungen entstehen. Für die Ausstellung im Zimmermannhaus verbindet sie Video, Fotografie und Keramik zu einer vielschichtigen Installation über Erinnerung, Migration und Zugehörigkeit. Der Begriff “Lacuna” bezeichnet eine Lücke oder Leerstelle und bildet den Ausgangspunkt des Projekts. Im Video “With Love, Nanay PS.” thematisiert Frisch familiäre Erfahrungen von sprachlichen Barrieren und Sehnsucht. Ausgangspunkt ist der Briefwechsel ihrer Mutter, die von den Philippinen in die Schweiz migrierte. Obwohl der Klang der Sprache Tagalog vertraut ist, bleibt ihre Bedeutung der Künstlerin verschlossen, da sie in der Familie nicht weitergegeben wurde. Gemeinsam mit dem Choreografen Tomer Zirkilevich entwickelte Frisch daraus eine Performance über Sprachverlust, transgenerationale Erinnerung und Vertrauen.
Zudem verbindet die Künstlerin ihr Familienalbum mit Fotografien aus dem ETH Archiv des Schweizer Kaufmanns Arthur Ruh. Daraus entstehen keramische Gefässe und Objekte, die den Leerstellen Ausdruck verleihen, welche durch globale Verflechtungen und historische Brüche entstehen.
Steve Fors (*1967, Davenport, Iowa, USA) und Christoph Brünggel (*1980, Brugg) schaffen mit “still.life” eine immersive Installation, die historische Naturdarstellungen, Klang und künstliche Elemente zu einer begehbaren Umgebung verbindet. Ausgehend von Lithografien aus Alfred Edmund Brehms “Tierwelt” ergänzt Fors idyllische Naturbilder mit Spuren industriellen Fortschritts und schafft so beunruhigende Szenen. Die Arbeiten werden von synthetisierten Düften begleitet, die die dargestellten Insekten und Pflanzen nachahmen, sowie von Insektengeräuschen und einer von Brünggel entwickelten Klanglandschaft. Naturgeräusche treffen auf Klänge von Architekturen und Maschinen aus europäischen Kraftwerken und Energielandschaften. Ausgehend von den Imitationen von Insektengeräuschen wird der Raum durch eine simulierte Soundscape von Naturgeräuschen erfüllt, die kompositorisch immer wieder durch dystopisch anmutende Klänge kontrastiert werden. Inmitten dieser künstlichen Szenerie bewegen sich die animatronischen Schmetterlinge des Gastkünstlers John Espey. Die Installation macht die Verflechtungen von Natur, Technologie und Energiegewinnung erfahrbar und regt zur Reflexion über die ökologische Krise an.
Das Zimmermannhaus Brugg wird 2026 freundlich unterstützt von
Stadt Brugg, Aargauer Kuratorium, Ernst Göhner Stiftung
Die Ausstellung wird unterstützt von
Pro Argovia, Kulturstiftung der UBS Aargau/Solothurn, Lebensraum Aargau
Kooperationen mit
Prof. Dr. Consuelo De Moraes der Biokommunikation ETH Zürich
Gastkünstler John Espey
Öffnungszeiten Mi-Fr 14.30 – 18 Uhr, Sa/So 11 – 16 Uhr
Ausstellungsdauer 18.09. – 14.11.2026
www.zimmermannhaus.ch
www.pearliefrisch.com
www.stevefors.com
www.christophbruenggel.com
www.johnespey.com
www.biocommunication.ethz.ch
Location:
Zimmermannhaus Brugg / Kunst & Musik
Vorstadt 19
5200 Brugg
Switzerland


