Exhibition

in Vienna / Austria
11.03.2016 - 09.04.2016 11:00 - 19:00
Plamen Dejanoff - displays & specifics

Im Zentrum der Ausstellung “displays & specifics” steht die Wiederbelebung eines sehr erfolgreichen – in einer früheren KünstlerInnengemeinschaft mit Swetlana Heger (bis 2001) entwickelten – Werktypus der “Plattformen”. Alle damals produzierten Exemplare befinden sich heute in Museums- und Privatsammlungen. Heger/Dejanov* gehörten in den 90er Jahren zu den wenigen österreichischen KünstlerInnen, die auf eine, seit den 80er Jahren zunehmende Kommerzialisierung und Mediatisierung des Alltags reagierten und im Bereich der Kunst Fragen nach dem Status des Werks und dessen Warencharakter stellten. Sie thematisierten die Ökonomie des Kunstbetriebs, dessen der Konsumwelt angeglichene Verführungs- und Distinktionsmechanismen, die Produktion von Begehren und die Fetischisierung des Objektes. Im Zentrum ihres Interesses stand anfänglich aber die Definition und Neuinterpretation der Rolle der KünstlerInnen – als ProduzentInnen, VerkäuferInnen, VermittlerInnen, KuratorInnen, SammlerInnen, etc..

Den Anstoß zur Wiederaufnahme des Werktypus lieferten zwei im Depot des Künstlers noch erhaltene Präsentationsplatten aus hochglänzend lackiertem Material. “displays & specifics” besteht aus der Neubestückung beziehungsweise Aktualisierung dieser Plattformen unter Berücksichtigung der heutigen künstlerischen Position des Künstlers Plamen Dejanoff, aber auch der Weiterentwicklung seiner Sammlung von Kunstwerken und Designobjekten – einem Spiegel der Kunstentwicklungen der letzten zehn Jahre. Auf den farbigen Flächen werden Kunstwerke (Dejanoff`s eigene und aus seiner Sammlung) in Kombination mit funktionalen Designobjekten, Prestige- und Dekorobjekten sowie kunsthandwerklichen und hochtechnologischen Artefakten präsentiert. Unabhängig von ihrer Zuordnung handelt es sich hier immer um “specifics”, das heißt seltene, kostbare, ausgefallene – oder auch nur im Kunstzusammenhang undurchsichtige, rätselhafte Objekte. Sie bilden die Software der künstlerischen Hardware “Display”, die ihnen erst ästhetischen Mehrwert verleiht.

Plattform hat eine doppelte Bedeutung. Einerseits als Diskussionsforum zur Verhandlung von Positionen in einem offenen, Hierarchie freien Raum, andererseits als Display für eine bestimmte Form der Präsentation. Beide Bedeutungen treffen hier zu. Die Plattformen, die anfänglich vor allem offene Handlungsräume definieren, auf denen die Ergebnisse, besser Dokumentationen von performativen und interaktiven Prozessen während eines Zeitraumes gezeigt wurden, entwickelten sich sukzessive auch zur ausgeklügelten Werkform. Heute stellt der Künstler mit diesen Assemblagen von Objekten unterschiedlichster Zuordnung und Herkunft grundsätzliche künstlerische, ästhetische und kulturelle Fragen: solche nach Kitsch und Kunst, nach Kategorien wie Hoch-, Alltags- und Trivialkultur, nach den Grenzen und Überschneidungen von Kunst mit Design, Mode, nach Konventionen, Hierarchien und Trends und – immer mitgedacht – nach dem Verhältnis von Kunst und Ökonomie, von Kunst und Warenwert. Plamen Dejanoffs “Plattformen” umreißen so in hohem Maß die gesamte Programmatik der “Grenzdialoge” des Projektraums.

*Nach Auflösung der KünstlerInnengemeinschaft mit Swetlana Heger ändert Dejanov seinen Namen auf Dejanoff, um seinen Neubeginn als Künstler zu signalisieren.

Öffnungszeiten Di-Fr 11 – 19 Uhr, Sa 11 – 16 Uhr

www.galerie-mam.com

Location:
Mario Mauroner Contemporary Art VIENNA
Weihburggasse 26
1010 Vienna
Austria

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