Exhibition
in Brugg / Switzerland
- Esther Hunziker: Screen Test, 2025, Videostill, AI-generated video, 1920 x 1920, muted, 5 min, loop, © Esther Hunziker
- Victoria Holdt: Erster Testdurchlauf mit einer Keramik, ca. 30 x 30 cm, © Victoria Holdt
Der Arbeit von Esther Hunziker (*1969, Menziken) und Victoria Holdt (*1992, Uster) gemein ist die Faszination für Gegensätze und die dadurch erzeugte Spannung. Sind es bei Hunziker Polaritäten wie Konstruktion und Dekonstruktion, Rauschen und Stille, Ordnung und ihr Zusammenbruch, so lebt auch Victoria Holdts Schaffen von Ambivalenzen wie Sicherheit und Verletzlichkeit, Vertrautheit und Unheimlichem, Intimität und Entfremdung.
Die beiden eigenständigen Arbeiten, die im Zimmermannhaus zu sehen sind, erzeugen wiederum ein Spannungsverhältnis, indem sie die Thematik der Polaritäten mit unterschiedlichen Medien verhandeln. Während Hunziker sich zwischen menschlicher Intention und maschineller Kreativität bewegt und eine Galerie fiktionaler Videoportraits präsentiert, erschafft Holdt durch Video, Skulptur und Klang eine immersive Installation, die in ambigue Atmosphären eintauchen lässt.
Für das Zimmermannhaus entwickelt Esther Hunziker eine raumspezifische Installation, die sich mit den Spannungsfeldern zwischen menschlicher und maschineller Präsenz auseinandersetzt. Ausgangspunkt ist die Frage, wie sich in einer digitalisierten Gesellschaft neue Formen von Subjektivität und Bildlichkeit herausbilden. Man begegnet imaginären Menschen mit seltsamen Wesen, einer rationalen Maschine, sowie digitalen Mikrostrukturen von unklarer Herkunft. Gemeinsam entwerfen sie eine visuelle Konstellation, die das Nebeneinander von Menschlichem und Künstlichem, von spekulativen Identitäten und repetitiven Automatismen sichtbar macht.
Victoria Holdt setzt sich in ihrer Arbeit mit dem Phänomen der “Irrlichter” auseinander. Geheimnisvolle Lichter, die in Sümpfen und Mooren erscheinen und in der Folklore oft mit Geistern verstorbener Menschen oder Tieren in Verbindung gebracht werden. Die Wissenschaft hingegen erklärt dieses Phänomen als chemische Reaktionen in verrottendem, organischem Material, das in den Mooren zu Licht transformiert wird. Mit ihrer Rauminstallation taucht Holdt in die Welt des Moors und seiner geheimnisvollen Phänomene ein. Es entstehen keramische Skulpturen inspiriert von Moorlandschaften, ergänzt durch Elemente aus Hautleim und Neonlicht. Gemeinsam verweben sie sich zu einer Szenerie, die an eine postapokalyptische Landschaft erinnert. Eine in Zusammenarbeit mit Thalles Piaget entwickelte Klangkulisse, inspiriert von einem schwedischen Wiegenlied, ergänzt die Rauminstallation.
Öffnungszeiten Mi-Fr 14.30 – 18 Uhr, Sa/So 11 – 16 Uhr
Ausstellungsdauer 17.01. – 15.03.2026
Location:
Zimmermannhaus Brugg / Kunst & Musik
Vorstadt 19
5200 Brugg
Switzerland


