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Marc Elsener

Zeitgenössische Malerei muss sich immer mit der Geschichte der Malerei auseinandersetzen, ja, sie ist notgedrungen voller historischer Bezüge. Das Referenzmaterial der Kunstgeschichte (auch der neueren) kann nun allerdings unterschiedlich ins Werk eines zeitgenössischen Künstlers einfliessen. Dies kann unbewusst geschehen, der Umgang kann bilderstürmerisch oder dekonstruktiv sein und gewisse Maler nutzen den Bilderfundus als reine Zitate.

Marc Elsener wählt einen sehr bewussten aber trotzdem frischen Bezugsrahmen in seiner Auseinandersetzung mit der Malerei der Vergangenheit. Anstatt reine Zitate zu verwenden verinnerlicht und vereinnahmt er gewisse Traditionen der naiven Bauernmalerei, der Art Brut und der grossen Meister der Renaissance.

Diese Auswahl ist weder zufällig noch unbeholfen sondern entspricht der Suche des Künstlers nach der Relevanz des Vergangenen im heutigen Kontext. Seine Figuren durchlaufen gleichsam Metamorphosen und tauchen in überraschenden Zusammenhängen als alte Bekannte oder schräge Zeitgenossen auf. Selbst die Themen, die auf den ersten Blick eher ironisch oder gar possierlich wahrgenommen werden können, sind bei Marc Elsener Fragen denen er mit grosser Ernsthaftigkeit nachgeht.

Ein Nacktwanderer in Appenzell kann man natürlich unter den vermischten Meldungen als amüsante Randnotiz wahrnehmen, er stellt eben aber auch die Fragen nach der Grenze der persönlichen Freiheit und den Grenzen, die die Gesellschaft den Freiheiten der Einzelnen setzt.

Ein Wünschelrutengänger im Cowboy-Kostüm kann man als Zitat aus dem Fundus des Wilden Westen betrachten oder auf die Verlorenheit des Individuums im Wild-West-Kapitalismus verweisen. Die Totentanzmotive Himmel und Hölle, der liebe Gott mit seinem langen weissen Bart gehören wohl in den Bereich der Sagen und Legenden, fragen durch ihre Unmittelbarkeit aber immer auch nach unserem eigenen metaphysischen Verständnis. Wolkenschiffe, die Toteninsel, oder der fliegende Holländer sind zwar Allgemeinplätze der Poesie, vermögen aber auch auf den dritten Blick die Unsicherheit des Vereinzelten gegenüber dem Chaos des Allgemeinen neu auszuleuchten.

Marc Elseners Malerei stellt nicht fest, sie postuliert und illustriert nichts, sie fragt und staunt.

Marc Elsener *1971
2007: MA Fine Art, Zürcher Hochschule der Künste – ZHdK, Zürich
2003-2006: BA (Hons) Fine Art, Falmouth University of Arts, Cornwall, UK
2005: Academy of Fine Arts, Katowice, Polen
2002-2003: Vorkurs Falmouth University of Arts, Cornwall, UK

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