Exhibition

in Zürich / Switzerland
23.01.2020 - 07.03.2020 00:00
Experiments

 

Die Galerie Wenger freut sich, in das neue Jahrzehnt mit einer internationalen Gruppenausstellung zu starten, die fünf Künstler aus Kanada, Deutschland, England und Frankreich vereint: Marcelle Cahn, John Monteith, Sophie Smallhorn, Jo Schöpfer und Thomas Vinson.

Sie alle bearbeiten das Thema der urbanen Raumexperimente, Zwischenräume und architektonische Feinheiten, in Zwei- oder auch Dreidimensionalität. Inhalt der Ausstellung sind die sozialen Implikationen der Stadtplanung, die minimale Ästhetik unter dem Einfluss moderner Architektur, die Perfektionierung von Fragmenten sowie die Faszination der Präsenz der Abwesenheit, kurz gesagt: urbane Experimente.

Die künstlerische Laufbahn der Französin Marcelle Cahn (1895 – 1981), als eine der wenigen weiblichen Künstlerinnen zu dieser Zeit, deckt sich im Wesentlichen mit der Entwicklung der europäischen Malerei des 20. Jahrhunderts. Ihre Anfänge lagen im Expressionistischen, dann entwickelte sie sich ab den 1950er Jahren über den Kubismus zur bedeutenden Vertreterin des Purismus und Konstruktivismus. Sie war Teil der Sturm-Bewegung in Berlin, bewegte sich im Kreise um Fernand Léger, Lyonel Feininger und Amédée Ozenfant und war, in Paris lebend, Mitglied der Abstraction-Création. Dennoch – beim grossen Publikum war sie nur wenig bekannt. Ihr Stil konzentrierte sich ganz im Sinne des Purismus auf die Reduktion aufs Minimum. Als Motive verwendete sie stets geometrische Elemente, die sie mit feinster Raffinesse mit städtischen Motiven, Stillleben und Alltagsgegenstände kombinierte.

In dieser Gruppenausstellung ist die französische Künstlerin mit dem Werk “Untitled. Compositions”, 1975, vertreten, das zu Cahns Serie Relief-Collagen zählt. Ganz subtil baut sie innerhalb der reduzierten Formen fast unmerklich ihre Collagetechnik mit ein und perfektioniert damit ihr Spiel mit räumlichen Fragmenten.

Den Kanadier John Monteith (*1973) interessieren urbane Räume mit ihrer schnelllebigen Lebensweise, die er mitunter auf seinen zahlreichen Reisen untersucht. Seine neueren Arbeiten entsprechen dabei verschiedenen Orten des städtischen sozialen Austausches.

Als formale Abstraktionen verweisen sie auf Erinnerung, Geschichte, Identität, Auslöschung, Zeit und Raum und treten in einen Dialog mit einem neu entstehenden Diskurs der queeren Abstraktion, die Monteith’ künstlerisches Schaffen immer im Fokus behält. Dieser Diskurs zeigt den gegenseitigen Austausch von nicht-gegenständlichen Bildern in Bezug auf eine nicht-binäre Geschlechtsidentität auf.

Wichtig für diese Arbeit sind die Ideen von Wilhelm Worringer, der darauf hinweist, dass die Welt selbst von unserem Verständnis und unseren Ausdrucksformen abhängig ist und dass Abstraktion beschließt, eine Beziehung zum “experimentellen, unfixierten und provisorischen” zu setzen.

Monteiths jüngste Serie “Resonanzen”, die in der Ausstellung gezeigt wird, beschreibt sich derart: “Wolkenkratzer und Skylines, modernistische Türme und Gebäude des Brutalismus, Zonen, Wege, Parks, Autobahnen und Straßen werden in einer Reihe von sich überlappenden, sich wiederholenden, neu formulierten Geometrien neu gestaltet – ein System des Austauschs, das sich durch räumlichen Nachhall artikuliert, in lebendigen Farben und kaleidoskopischer Form dargestellt.” (Jayne Wilkinson)

Als Material verwendet er vor allem auch Teppich-Wolle, 100% Wolle aus Neuseeland. Er interessiert sich seit langem für die Qualität von Textilien als Träger.

Die englische Künstlerin Sophie Smallhorn (*1971) liebt Farben – und spielt gekonnt mit deren Wirkung. Fasziniert von den schier unendlichen Möglichkeiten und Varianten verpackt sie Farbstudien in einfache, abstrakte, dreidimensionale Werke. “Fast immer sind sie formal, kantig, grafisch, oft fast architektonisch in ihrer Ästhetik”, sagt sie selbst über ihre Arbeiten. Auch wenn das Arbeiten mit Farbe immer ein intuitiver Prozess ist, so lässt sich in den Werken Smallhorns eindeutig ein wohldurchdachter und sehr präziser Umgang damit erkennen. Dabei gelingt es der Künstlerin stets die Spannung zwischen Ordnung und Chaos, Ausgewogenheit und Ungleichgewicht, Perspektive und Weg- bzw. Hinzunahme von Raum zu halten. Dies wird sichtbar in den hier dreidimensionalen Arbeiten, welche unter dem Titel “Parts 2” und “Parts 3”, 2019, in der Gruppenausstellung zu sehen sind.

Der in Berlin lebende Jo Schöpfer (*1951) bewegt sich mit seinen Werken zwischen Bildhauerei, Architektur und Zeichenkunst. Durch ihre Struktur werden Perspektiven erschlossen und werden zur offenen Form. Unter Verwendung von patinierter Bronze, Aluminium und Glas baut Schöpfer transparente Körper und lichte Kompositionen, wie hier im Raum-Aufteiler “Paravent”, 2008 und “Threshold”, 2006 nachzuvollziehen ist. Die Kombination aus harten, starren Materialien und verschiedenen Oberflächen, die Rhythmik der Linien und Flächen sowie die offenen, lediglich umschriebenen Volumen entfalten eine eigene Kraft in seinen Arbeiten. In der Gruppenausstellung werden neben den skulpturalen Arbeiten auch Zeichnungen gezeigt, “Box” 2017-2010, die das Architektonische in ihrer Beschaffenheit gekonnt federleicht und im Raum schwebend versinnbildlicht.

Thomas Vinson (*1970) arbeitet an einem minimalen Ausdruck. Zunächst unter dem Einfluss von Mondrian und Calder studierte er von 1997 bis 2000 die Arbeit von Donald Judd und Barnett Newmann an der Rice University in Houston. Er untersucht die Symbiose zwischen Malerei und Skulptur und experimentiert mit den Begriffen Progression, Proportion, Ordnung und Struktur. Auch wenn Vinson sich schon seit langem mit einer reduzierten Formensprache beschäftigt, versteht er sich dennoch nicht als konkreter Künstler, sondern fühlt sich vielmehr der Prozesskunst nahe, bei der nicht das Ergebnis, sondern die Handlung im Vordergrund steht. Vinsons Werke folgen keiner Systematik. Der Künstler macht im Vorfeld weder Pläne noch Entwürfe. Seine Arbeiten entwickeln sich aus seinen Emotionen, entstehen aus dem Material, das er vorfindet oder ergeben sich als Zufalls- oder Ausschussprodukt, während er an einem Werk arbeitet. Für Vinson ist der Arbeitsprozess an sich, das Gestalten und das in Form bringen des Materials, entscheidend. Es geht ihm in seinen Werken immer um die Kombination von Haptik, Sensibilität und Intimität. In der Ausstellung werden neuere Arbeiten gezeigt, die in ihrem Aufbau das Experimentieren mit räumlichen Anordnungen, ein Weglassen, Dazunehmen und Verschieben von Formen veranschaulicht.

Öffnungszeiten Mi-Fr 12 – 18 Uhr, Sa 11 – 16 Uhr, und nach Verabredung

www.galeriewenger.com
www.john-monteith.squarespace.com
www.sophiesmallhorn.co.uk
www.joschoepfer.com
www.thomas-vinson.com

Location:
Galerie Wenger
Mühlebachsttrasse 12
8008 Zürich
Switzerland

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