Cédric Eisenring – Aarau Manor Art Award 2018

Exhibition

in Aarau / Switzerland
27.01.2018 - 15.04.2018 00:00
Cédric Eisenring - Aarau Manor Art Award 2018

Cédric Eisenring (b. 1983) is the recipient of the 2018 Aarau Manor Art Award which is awarded every two years to promote young Swiss art. The award provides the occasion for a solo exhibition at the Aargauer Kunsthaus.

Central to the work of Cédric Eisenring is the issue of narrative. He examines the narrative potential of artistic media such as printmaking, drawing, sculpture and installation. In the process, he frequently draws on existing storylines from film, literature, comics or children’s books and weaves them into new fictional and visual narratives. History and present, fictitious and real space interleave in his works as a result of their particular presentation in the exhibition space.

Cédric Eisenring’s works on paper are created in elaborate, multi-step processes. He employs classical printing techniques such as photogravure and drypoint, generates the source images from computer drawings or reworks the prints with pencil and crayon. This results in collage-like pictorial inventions in which familiar and less familiar visual references appear and figures, forms and landscapes overlap. The fairy tale-like, fanciful quality of the images is further underscored by the manner in which they are presented. Eisenring displays the prints in boxes, cordoned off or “protected” by a canopy of sorts. These surprising modes of presentation blur the boundaries between the fictitious space of the image and the actual space in which the works are displayed. The artist pursues a similar approach in his architectural interventions which create fictionalised spaces by breaking the patterns of neutral presentation in the white cube.

A Commitment to the Young Swiss Art Scene
One of the most important advancement awards for contemporary art in our country, the Manor Art Award was established in 1982 by Philippe Nordmann to offer a platform for young Swiss artists. It is awarded annually by a jury of experts in six Swiss cities, with Aarau, Basel, Biel, Chur, Geneva, Lausanne, Lucerne, Lugano, Schaffhausen, Sion, St. Gallen and Winterthur taking turns every two years. A look at the list of award recipients reveals that the Manor Art Award has contributed to the international breakthrough of a whole slew of artists, including Luciano Castelli (1984 Art Award Lucerne), Marie José Burki (1993 Art Award Geneva), Pipilotti Rist (1994 Art Award St. Gallen) and Lena Maria Thüring (2013 Art Award Basel).

The award will be presented to Cédric Eisenring as part of the exhibition opening on Friday, 26 January 2018. The award supports an exhibition and a publication.

Cédric Eisenring was born in Basel in 1983. He studied visual arts and photography at the Zürich University of the Arts (ZHdK). Eisenring currently lives and works in Zürich.

Selected Solo Exhibitions: Galerie DREI, Cologne (2017); Dama, Palazzo Sauzzo di Paesana, Turin (2016); Die Gelben Pforten, Coalmine, Winterthur (2015); sub, MUDA MURA MURI, Zürich (2014); Elephant and Castle, Winterprojects, London (2013); King Shrimp and the Apron of the Universe, New Jerseyy, Basel (2011)

Selected Group Exhibitions: Kampus der Kröten, Oslo 10, Basel (2016); Signal Failure, Pace Gallery London (2015); Turibulum Game Plan, with Mathis Gasser, Gallery Lychee One, London (2015); Occasional Table #1: Chora, Nottingham (2014); Status, Fotomuseum, Winterthur (2012); Auswahl 11, Aargauer Kunsthaus, Aarau (2011); Chaos as Usual, Kunsthalle Bergen, Norwegen (2011); Torso Multisala, Kunsthalle Charlottenborg, Copenhagen (2011)

Selected Awards and Grants: 2018 New York Studio Grant of the City of Zürich; 2017 Berlin Studio Grant of the Aargauer Kuratorium; 2016 Paris Studio GranArtists

Curator: Yasmin Afschar

Opening hours Tues-Sun 10 am – 5 pm, Thur 10 am – 8 pm

Cédric Eisenring – Manor Kunstpreis Aarau 2018

Cédric Eisenring (*1983) schafft mit seinen Arbeiten bildliche Erzählungen. Material aus Hoch- und Populärkultur liefert ihm den Stoff. In seinen unverkennbaren Bildwelten begegnen wir aber auch Versatzstücken aus industrieller Produktion und Restposten des städtischen Alltags. Der Künstler mit Aargauer Wurzeln ist Träger des Manor Kunstpreises Aarau 2018, der Anlass bietet für eine Einzelausstellung im Aargauer Kunsthaus.

Im Zentrum von Cédric Eisenrings (*1983) Schaffen steht die Frage nach dem Erzählerischen. In seinen Arbeiten untersucht er das narrative Potenzial bildproduzierender Medien wie Druckgrafik, Zeichnung, Skulptur und Installation. Häufig greift er dabei auf Material aus der Hoch- und Populärkultur zurück und baut es zu neuen visuellen Erzählungen aus. Als Resonanzraum dienen Fantastische Literatur, Science-Fiction und Märchen. Aber auch Versatzstücken aus industrieller Produktion und Restposten des städtischen Alltags begegnen wir in Cédric Eisenrings unverkennbarer Bildwelt.

Die Auseinandersetzung mit klassischen Verfahren der Drucktechnik nimmt in Cédric Eisenrings aktuellem Schaffen einen besonderen Stellenwert ein. In der Ausstellung im Aargauer Kunsthaus zeigt der Künstler gleich mehrere neue druckgrafische Werkserien. Ihr Kennzeichen sind die seriell angeordneten Leerformen, um welche Zeichnungen von Ritterfiguren, Rokoko- Damen, Traumfängern, Goldkäfern sowie von geometrisch-abstrakten Ornamenten wuchern. Für diese feinteiligen Papierarbeiten greift der in Suhr aufgewachsene Künstler auf Techniken wie Heliogravüre, Ätz- oder Kaltnadelradierung zurück. Die Bildvorlagen generiert er meist aus Computerzeichnungen, welche er in einem nächsten Schritt auf die Druckplatten überträgt. Diese Druckplatten schliesslich stammen aus der Industrie. Namentlich Abfälle und Reststücke aus der Metallproduktion sucht Cédric Eisenring zusammen, um sie sich für seine bildnerische Praxis anzueignen. Typisch für diese Platten sind Leerformen in serieller Anordnung. Diese haben beispielsweise die Form von Glocken, Schlüsseln oder schematisch-technoid anmutenden Wolken. Die dazugehörigen Positivformen sind längst in Folgeverfahren industrieller Herstellung aufgegangen und zu Apparaturen und Bauteilen, zu Kühlschränken, Lüftungsabdeckungen und Fahrscheinautomaten verarbeitet worden. Die Negativformen hingegen bleiben als Abfall zurück – als Überbleibsel industrieller Produktion, die in Cédric Eisenrings Bildern ein Nachleben erhalten. Sie dienen als Grund für Gravuren und Radierungen, die mittels Druckmaschine vor- und rückseitig sowie in unterschiedlichen Variationen auf Papier gebracht und nachträglich mit Farbstift und Aquarell koloriert werden.

Um Rückstände des alltäglichen Warenkonsums handelt es sich auch bei den diversen Verpackungen, die Cédric Eisenring sammelt und in naturalistischer Manier mit Steinstrukturen und Wolkenformationen im Stil des Surrealisten René Magritte bemalt oder bemalen lässt. Die bisweilen komplex aufgebauten Kartonschachteln finden sich durch Eisenrings Hand zu provisorischen Architekturen transformiert; gestapelt und gruppiert erweitern sie sich gar zu kleinen städtischen Gefügen.

Im Aargauer Kunsthaus schafft der Künstler mit gezielten räumlichen Eingriffen eine Gesamtinszenierung, in der jedes Werk über sich selbst hinaus stets auch auf eine übergelagerte Geschichte verweist. Schemenhaft blitzt diese im Beziehungsgeflecht zwischen den Arbeiten hervor: zwischen den Wesen, Phantomformen und Texturen, welche die Papierarbeiten bevölkern ebenso wie zwischen den kleinen Wandmalereien entlang der Lüftungslöcher in den Ausstellungssälen oder den erwähnten Kartonobjekten. Den Übergang in diese als Raumkörper inszenierte Erzählung symbolisieren Türen mit Konturen von Köpfen. Semitransparent und aus Metall und eingefärbtem Epoxidharz gefertigt hängen sie in den Durchgängen zwischen den Ausstellungsräumen und brechen mit der gewohnten Raumwahrnehmung im Museum. Nicht nur bildhaft, sondern auch faktisch markieren sie den Einstieg in die Sphäre der Fiktionalität, die bei Cédric Eisenring kraft der bildnerischen und materiellen Präsenz der Arbeiten auch in höchstem Masse real ist.

Cédric Eisenring ist Träger des Manor Kunstpreises Aarau 2018, der Anlass bietet für eine Einzelausstellung im Aargauer Kunsthaus.

Ein Engagement für die junge Schweizer Kunstszene
Der Manor Kunstpreis, einer der wichtigsten Förderpreise des zeitgenössischen Kunstschaffens in unserem Land, wurde 1982 von Philippe Nordmann ins Leben gerufen, um jungen Schweizer Kunstschaffenden eine Plattform zu bieten. Er wird von einer Fachjury jährlich in sechs Schweizer Städten verliehen, wobei sich Aarau, Basel, Biel, Chur, Genf, Lausanne, Lugano, Luzern, Schaffhausen, Sion, St. Gallen und Winterthur im Zweijahresrhythmus abwechseln. Ein Blick auf die Liste der Preisträger/- innen zeigt, dass der Manor Kunstpreis zum internationalen Durchbruch einer ganzen Reihe von Künstlerinnen und Künstlern, wie zum Beispiel Luciano Castelli (Kunstpreis Luzern 1984), Marie José Burki (Kunstpreis Genf 1993), Pipilotti Rist (Kunstpreis St. Gallen 1994) oder Lena Maria Thüring (Kunstpreis Basel 2013) beigetragen hat.

Die Preisübergabe an Cédric Eisenring erfolgt im Rahmen der Vernissage am Freitag, 26. Januar 2018. Mit der Vergabe des Preises ist nebst der Ausstellung auch die Herausgabe einer Publikation verbunden.

Cédric Eisenring ist 1983 in Basel geboren. Er hat an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) Bildende Kunst und Fotografie studiert. Heute lebt und arbeitet Cédric Eisenring in Zürich.

Einzelausstellungen (Auswahl): Schmierige Nebel, Galerie DREI, Köln (2017); Dama, Palazzo Sauzzo di Paesana, Turin (2016); Die Gelben Pforten, Coalmine, Winterthur (2015); sub, MUDA MURA MURI, Zürich (2014); Elephant and Castle, Winterprojects, London (2013); King Shrimp and the Apron of the Universe, New Jerseyy, Basel (2011)

Gruppenausstellungen (Auswahl): Kampus der Kröten, Oslo 10, Basel (2016); Signal Failure, Pace Gallery London (2015); Turibulum Game Plan, with Mathis Gasser, Gallery Lychee One, London (2015); Occasional Table #1: Chora, Nottingham (2014); Status, Fotomuseum Winterthur (2012); Auswahl 11, Aargauer Kunsthaus, Aarau (2011); Chaos as Usual, Kunsthalle Bergen (2011); Torso Multisala, Kunsthalle Charlottenborg, Kopenhagen (2011)

Preise und Stipendien (Auswahl): Atelierstipendium der Stadt Zürich in New York 2018; Atelierstipendium des Aargauer Kuratoriums in Berlin 2017; Atelierstipendium des Kantons Zürich in Paris 2016; NAB Förderpreis für junge Kunst 2012

Anlässlich der Ausstellung erscheint in Co-Publishing mit dem Verlag Edition Patrick Frey ein Künstlerbuch, das ausgehend von Cédric Eisenrings druckgrafischen Arbeiten zentrale Themen der Ausstellung in Buchform weiterbearbeitet. Mit einem Text von Tobias Madison.

Kuratorin: Yasmin Afschar, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Aargauer Kunsthaus

Öffnungszeiten Di-So 10 – 17 Uhr, Do 10 – 20 Uhr

www.aargauerkunsthaus.ch

Location:
Aargauer Kunsthaus
Aargauerplatz
5001 Aarau
Switzerland

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