Wolken riechen – Hybride Positionen in der Kunst

Exhibition

in Schaffhausen / Switzerland
28.10.2017 - 03.12.2017 00:00
Wolken riechen - Hybride Positionen in der Kunst

Baggenstos/Rudolf, Patricia Jacomella, Aram Ruhi Ahangarani, Ursula Scherrer, Bignia Wehrli

Statements der Kuratoren André Bless und Leo Bettina Roost

Die Automobilindustrie hat den Begriff “hybrid” populär gemacht, indem sie den dualen Antriebsmotor entwickelte, der Elektro- und Verbrennungsantrieb miteinander kombiniert und damit in der Lage ist, die Leistungsfähigkeit sowie die Umweltfreundlichkeit eines Fahrzeugs zu verbessern. Ursprünglich war der Begriff “hybrid” jedoch negativ besetzt. Er wurde vor allem für Mischlingswesen angewendet, zu denen beispielsweise das Maultier als Kreuzung aus Pferd und Esel zählt, oder die sogenannten Chimären, die in der Fabelwelt als Mischwesen von Mensch und Tier bekannt sind.

Im Zusammenhang mit den Migrationskulturen hat der Begriff “hybrid” in den 80er Jahren auch in die Kulturwissenschaften Einzug gehalten. Mittlerweile hat das Hybride fast alle Forschungsbereiche erreicht und eine Reihe weiterer Bezeichnungen geschaffen – transmedial, interkulturell etc. Durch die zunehmende Globalisierung und die Migrationsströme der letzten Jahre ist das “Hybrid-Phänomen” heute aktueller denn je. Diese Tendenzen lassen sich auch in der Kunst beobachten.

Die Ausstellung “Hybride Positionen” vereint eine Auswahl ganz unterschiedlicher Kunstschaffender, die sich nicht primär an etablierten Kunstformen orientieren, sondern experimentell und prozesshaft arbeiten und verschiedene Disziplinen aus Kunst, Wissenschaft und Technik produktiv verknüpfen.

André Bless, Kurator

Hybrid Art ist ein komplexer Begriff. Er bezeichnet das Zusammenwirken, Forschen und Experimentieren von WissenschaftlerInnen und KünstlerInnen. Da wo die Wissenschaft zu streng methodisch klinisch vorgehen muss, die Entwicklungen aber in rasanter Geschwindigkeit vorangeht, öffnet sich dieser Zweig den Kunstschaffenden und ihren künstlerischen Methoden.

So entsteht ein neuer Freiraum für Fragen, Ideen und Experimente, für kreative Prozesse und zukunftsträchtige Innovationen. Mit dem Untertitel dieser Ausstellung “Hybride Positionen in der Kunst” möchten wir diese Auslegung öffnen. Alle hier vertretenen künstlerischen Positionen beschäftigen sich thematisch mit dem Zustand dieser Welt, in politischer, ökologischer und ökonomischer Hinsicht. Es geht im speziellen um hybride Kunstpraxen.

Das unmittelbare Kunsterlebnis mit Hybrid Art beeinflusst unsere Selbstwahrnehmung und unser Verhältnis zur Welt. Victoria Vesna sagt ” Hybrid Art bewegt sich rund um all jenes, was im allgemeinen als “Kultur” bezeichnet wird”.

Ein zentraler Aspekt der hybriden Kunstpraxis ist es, einen Raum zu schaffen für unerwartete Erfahrungen, Erlebnisse und Wahrnehmungen. Sie lassen uns Fragen nach den Bedingungen unserer Existenz stellen, auch nach den Bedingungen für eine Existenz der Menschlichkeit. Und weisen auf einen Weg in die Zukunft.

Leo Bettina Roost, Kuratorin

Baggenstos/Rudolf
Baggenstos Heidy (* 1958, Zürich), Rudolf Andreas (* 1970, Bülach) arbeiten als Kollektiv und realisieren ihre Werke mit unterschiedlichen Medien. Seit 2014 experimentieren sie mit lebenden Organismen (Leuchtbakterien, Pilze etc.) aus ihrer nächsten Umgebung. Ihr prozesshaftes Arbeiten wird durch den Dialog mit WissenschaftlerInnen erweitert.

Patricia Jacomella (* 1952, Zug)
Als Installations- und Performancekünstlerin interessiert sie sich für interdisziplinäre Projekte und befasst sich mit Fragen der sozialen Funktion der Kunst. Ihre Arbeiten liefern Anregungen für neue Rollenmodelle und Lebensstile.

Aram Ruhi Ahangarani (*1982 Teheran, lebt in Zürich)
In seinen Bildern und malerischen Raumarbeiten untersucht er den Bildraum und vereint persisches und westliches Bildverständnis. Das Motiv der Landschaft wird zu einem Ort, in dem Formen etwas Wesenhaftes gewinnen. Seit 2011 kuratiert er RuhigRaum in Zürich.

Ursula Scherrer (*1966 in Schaffhausen, lebt in New York)
Raum, Licht und Zeit verflechten sich in ihren raumbezogenen Installationen und Performances zu einem Ganzen. Sie untersucht wie zyklische Abläufe, z.B. in der Musik und in Bildern, aber auch der weibliche Zyklus uns beeinflussen. Scherrers Poesie zielt auf das Wecken biografischer Erinnerungen.

Bignia Wehrli (* 1979, Berlin und Sternenberg)
befasst sich mit der Sichtbarmachung flüchtiger Vorgänge. Sie interessiert sich für das Erfinden von Notationsmethoden und Messinstrumenten, mit Hilfe derer sie alltägliche Vorgänge und performative Aktionen aufzeichnet.

Öffnungszeiten Do 18 – 20 Uhr, Fr 16 – 18 Uhr, Sa/So 12 – 16 Uhr

www.vebikus.ch

Location:
Vebikus Kunsthalle Schaffhausen
Baumgartenstrasse 19
8200 Schaffhausen
Switzerland

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