Exhibition

in Zürich / Switzerland
10.06.2015 - 16.10.2015 00:00
Against Photography

Kilian Breier, Pierre Cordier & Gundi Falk, Herbert W. Franke, Hein Gravenhorst, Heinz Hajek-Halke, Heinrich Heidersberger, Karl Martin Holzhäuser, Roger Humbert, Gottfried Jäger, Ursel Jäger, Manfred P. Kage, René Mächler, Michael Reisch, Carl Strüwe

Scheublein + Bak celebrates the rediscovery of a very important and long neglected artistic movement and shows a comprehensive historical presentation of the beginnings of concrete and generative Photography in the 1960s. During that time a market for photography did barely exist in Europe. Therefore most works in the show ‘Against Photography’ are unique prints. This important movement in Germany and Switzerland set the ground-breaking footprint for the birth of computer aesthetic and cybernetic art, which retrospectively can be regarded as the beginning of the discourse on data images and digital photography.

While in the theory of painting the term ‘Concrete Art’ was invented by Theo van Doesburg as early as the 1920s and was practiced by artists such as Max Bill, Camille Graeser and Richard Paul Lohse in Zurich, the notion ‘Photographie Concrète’ only appeared in 1967 for the first time at galerie actuelle in Berne, where a group of photographic works by Roger Humbert, René Mächler, Rolf Schroeter and Jean Frédéric Schnyder was shown. Relating to the experimental photographers such as Christian Schad, Man Ray, Alvin Langdon Coburn und Laszlo Moholy-Nagy, the Swiss group of concrete photographers was making playful camera-less luminograms and photograms. In the current show, rare prints by Mächler and Humbert are being exhibited.

During that time, similar tendencies in photography came up in Germany as well, which later became known as ‘Generative Photography’. Mentors of this group were Herbert W. Franke, a pioneer of computer art, who combined rational physics and mathematics with photographic experiments, as well as philosopher Max Bense, based in Stuttgart, whose program aimed “at generative aesthetic conditions, which fragmented what was generated into many individual parts, finitely distinguishable and describable.”

Based on this philosophical term, Kunsthaus Bielefeld opened the legendary group show ‘Generative Fotografie’ presenting works by Gottfried Jäger, Hein Gravenhorst, Kilian Breier and Pierre Cordier in 1968. Generative photography can be understood as a part of concrete photography on the one side. Moreover, it articulates the idea of artistic constructivism onto which has been grafted the ‘numerical programming of apparative systems’. Unique chemigrams from its founder Cordier, camera-less luminograms by Zero artist Breier, photomechanical transformations by Gravenhorst and pinhole structures by Jäger are shown in the gallery and bring us back to the founding years.

The exhibitions of Heinz Hajek-Halke and micro photographers Carl Strüwe and Manfred P. Kage, initiated by Jäger in 1965 and 1966 in Bielefeld, would eventually trigger a separate class of photography at the Werkkunstschule in Bielefeld. Since then Gottfried Jäger und Karl Martin Holzhäuser were teaching the theory of generative photography over decades, and together they published the manifesto-like compendium ‘Generative Fotografie’.

The notion “to play against the apparatus” by theorist and philosopher Villém Flusser set the tone for this particular style of photography. The yearly symposiums on photography in Bielefeld have become legendary over the course of thirty years and have transmitted ideas, which have radiated on the art of younger generation artists such as Wolfgang Tillmans, Thomas Ruff and James Welling. A selection of rare cliché-verre works by Hajek-Halke, oszillograms by Franke, mechano-optical experiments by Holzhäuser as well as microscopic images by ZERO artist Kage and Strüwe showcase the overwhelming creativity of these artists as well as their strong relation to science.

Rarely shown vintage works from the archives recall the spirit on this historic moment in this exhibition, and point out surprising connections to Switzerland.

Gallery hours by appointment

Die Galerie Scheublein + Bak feiert die Wiederentdeckung einer lange Zeit in Vergessenheit geratenen bedeutenden Kunstepoche und präsentiert einen einzigartigen historischen Rückblick auf die Anfänge der Konkreten und Generativen Fotografie der 1960er Jahre mit ausgewählten Vintage Prints, die in diesem Umfang nie zuvor in der Schweiz zu sehen waren. Zu dieser Zeit gab es in Europa noch keinen wahrzunehmenden Markt für Fotografie – notabene die erste europäische Fotogalerie Galerie Form wurde 1965 in Zürich eröffnet – und somit existieren die meisten Fotografien aus dieser Zeit nur als Unikate. Diese im Rückblick bedeutenden Strömungen in der Schweiz und Deutschland markieren zugleich den Beginn der Computerästhetik oder kybernetischen Kunst und können sozusagen als der Beginn der Auseinandersetzung mit dem Datenbild respektive der Digitalfotografie aufgefasst werden. Folglich beginnt eine Neuevaluierung der damals noch als revolutionäre Outsider verkannten Pioniere der Fotografie, deren Bedeutung für die Kunstgeschichte im Kontext der Digitalkunst erst heute richtig eingeordnet werden kann.

Während in der Malerei die Konkrete Kunst bereits in den 1920er Jahren von Theo van Doesburg ins Leben gerufen wurde und sich diese Kunstrichtung insbesondere in Zürich mit Künstlern wie Max Bill, Camille Graeser und Richard Paul Lohse ausgeprägt hat, tauchte in der Fotografie der Doppelbegriff ‘Photographie Concrète’ erstmals 1967 in der Berner galerie actuelle auf, wo Fotografien von Roger Humbert, René Mächler, Rolf Schroeter und Jean Frédéric Schnyder in einer Gruppenausstellung gezeigt wurden. Schon zuvor sah man diese Schweizer Avantgarde-Künstler 1960 in der Ausstellung ‘Ungegenständliche Fotografie’ im Basler Gewerbemuseum zusammen mit Werken der Subjektiven Fotografie. Unter ‘Konkreter Fotografie’ wurde eine “reine Fotografie” verstanden, die weder figurativ noch symbolisch ist, sondern nichts als sich selbst darstellt. Anlehnend an die experimentellen Fotografen wie Christian Schad, Man Ray, Alvin Langdon Coburn und Laszlo Moholy-Nagy entwickelten die Schweizer Konkreten der Fotografie eine spielerische Art der Herstellung von kameralosen Luminogrammen und Fotogrammen. In der Ausstellung sind Raritäten von Mächler und Humbert zu sehen.

Zeitgleich formierten sich ähnliche Tendenzen der Fotografie in Deutschland, die später unter dem Begriff ‘Generative Fotografie’ bekannt wurden. Zu den Vordenkern dieser Bewegung zählen der Pionier der Computerkunst Herbert W. Franke, der die rationale Physik und Mathematik mit dem fotografischen Experiment zu verbinden wusste, sowie der Stuttgarter Philosoph Max Bense, der den Begriff ‘Generative Ästhetik’ in seinem Buch ‘Aesthetica’ als “die Erzeugung ästhetischer Zustände durch Zerlegung dieser Erzeugung in endlich viele unterscheidbare und beschreibbare Einzelschritte” definierte. Bezugnehmend auf diesen philosophischen Terminus wurde 1968 im Bielefelder Kunsthaus die legendäre Ausstellung ‘Generative Fotografie’ mit Werken der Künstler Gottfried Jäger, Hein Gravenhorst, Kilian Breier und Pierre Cordier gezeigt. Die Generative Fotografie ist zum einen ein Teilgebiet der Konkreten Fotografie, zum anderen veranschaulicht sie auch die Idee des künstlerischen Konstruktivismus, dem sie die numerische Programmsteuerung apparativer Systeme hinzufügt. Mit einzigartigen Chemigrammen von dessen Erfinder Cordier, kameralosen Luminogrammen des ZERO-Künstlers Breier, fotomechanischen Transformationen Gravenhorsts sowie Lochblendenstrukturen Jägers wird ein Querschnitt über diese wichtige Gründerepoche gezeigt.

Es waren die von Jäger initiierten Ausstellungen von Heinz Hajek-Halke 1965 sowie der beiden Mikrofotografen Carl Strüwe und Manfred P. Kage 1966, die den damaligen Direktor der Werkkunstschule in Bielefeld dazu bewogen haben, eine selbstständige Klasse für Fotografie einzurichten. Gottfried Jäger und Karl Martin Holzhäuser haben die theoretischen Grundlagen der Generativen Fotografie über Jahrzehnte dort vermittelt und gemeinsam im Jahr 1975 das Kompendium ‘Generative Fotografie’ publiziert. Der Appell des Theoretikers und Philosophen Villém Flusser, “gegen den Apparat zu spielen”, war gleichsam das Programm dieser bestimmten Stilrichtung der Fotografie. Die seit über 30 Jahren jährlich stattfindenden Bielefelder Symposien zur Fotografie sind mittlerweile legendär und wesentlicher Bestandteil der Theorievermittlung, deren Wirkungskreis bis in die zeitgenössische Kunst von Wolfgang Tillmans, Thomas Ruff und James Welling spürbar ist. Eine Auswahl von seltenen Cliché-Verre-Arbeiten von Hajek-Halke, Oszillogrammen von Franke, Mechano-optischen Untersuchungen von Holzhäuser sowie mikroskopischen Aufnahmen des ZERO-Künstlers Kage und Strüwes zeigen die unbändige Kreativität dieser Künstler sowie deren engen Bezug zur Wissenschaft. Mit teilweise nie zuvor gezeigtem Archivmaterial werden die historisch bedeutenden Ereignisse und Ausstellungen veranschaulicht und insbesondere überraschende Bezüge zur Schweiz wieder in Erinnerung gerufen.

Öffnungszeiten nach Vereinbarung

www.scheubleinbak.com

Location:
Scheublein + Bak
Schloss Sihlberg, Sihlberg 10
8002 Zürich
Switzerland

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